Babà Napoletano al Rhum

Funiculiiii-Funiculaaaaa - Heute was Besonderes! Wie bereits in Vergangenheit erwähnt, stammen meine Eltern aus der Region Campania. Auch aus dieser Region, die Rhum getränkten Babà. Ein typischer Dolce Napoletano, der aber ursprünglich, wie ich unerwarteterweise herausgefunden habe, aus Polen stammt und über Frankreich in Neapel gelandet ist. Die Napoletani waren wohl schon damals Virtuosen im Abluchsen.

Der Babà al Rhum besteht aus zwei Elementen: Dem pilzförmigem Hefeteiggebäck und dem Rhum-Sirup. Das nachfolgende Hefeteigrezept stammt aus den "Le Corden Bleu" Repertoire und kann genauso gut zur Herstellung von Brioches verwendet werden (was somit mein dritter Brioche-Versuch wäre, alle drei waren es Wert). Der Sirup ist ein Mix aus verschiedenen Rezeptangaben.

Das Wichtiste soll im Vornherein gesagt sein: Die Herstellung der Babà erfordert kein besonderes Können, jedoch recht viel Zeit und Auge. Weshalb ich auf Zeitangaben, mit Ausnahme des Backens, verzichten werde.

Zutaten für den Hefeteig
ca. 7 Stück

  • 250g Mehl, gesiebt
  • 1 TL Salz
  • 1 TL Zucker
  • 3 Eier verquirlt
  • 80 ml Milch, lauwarm
  • 1/2 Päckchen Trockenhefe
  • 50g Butter
Die Milch lauwarm erhitzen. Zucker zur Trockenhefe geben, dann die erhitzte Milch darüber geben und rühren.

Mehl in die Schüssel sieben und eine Mulde in der Mitte bilden. Die verquirlte Eier und die Hefe-Mischung hinein geben. Mit der Küchenmaschine zu einem klebrigen Teig rühren. Mit einem Teigschaber die Ränder runterschieben und die Oberfläche glattstreichen. Im Buch steht, man soll mit der Handfläche den Teig gegen den Rand schlagen - hab ich nicht gemacht, ist auch ohne prima gelungen. Zudecken und an einem warmen Ort auf das doppelte Volumen wachsen lassen.

Der Rhum-Sirup, Zutaten
  • 250g Zucker
  • 250ml Wasser
  • 150ml brauner Rhum
  • Zeste 1 Orange
  • Zeste 1 Zitrone
Alles in einen Topf geben und zum kochen bringen. Für weitere 10 Minuten auf hoher Stufe weiterkochen lassen und dann vom Herd nehmen. Abkühlen lassen.

Die Vorbereitungen und das Backen der Babà
Ist der Teig zum doppelten Volumen herangewachsen, fügen wir dem Teig jetzt 50g weiche Butter hinzu, welche wir vorgängig auf einer Arbeitsfläche mit einem flachen Küchenutensil mehrmals glattgestrichen und vermeng haben - damit die Butter richtig cremig ist. Und nochmals mit dem Knethaken bearbeiten.

Als Backförmchen werden normalerweise kleine Alu-Backförmchen verwendet. Hatte ich nicht, also sind meine Weck-Gläser zum Einsatz gekommen, was prima funktioniert hat. Die Förmchen werden mit geschmolzener Butter gepinselt, kurz kalt gestellt, und dann ein weiteres mal bepinselt. Dann werden die Förmchen zu 2/3 mit dem Hefeteig gefüllt. Man stelle die Förmchen auf ein Backblech, decke das wieder zu und lasse den Tag ein weiteres mal aufgehen. Wenn dieser bis unter den Rand gewachsen ist, sind sie soweit.

Ofen auf 180 Grad (Unter- und Oberhitze) vorheizen und dann 25 Minuten auf unterster Rille backen.

Dann vom Ofen nehmen, mit einem spitzen Küchenmesser die Ränder lösen und die Babà auf einem Gitter erkalten lassen.

Die Babà fertigstellen
Die erkalteten Babà und den erkalteten Sirup bereitstellen. Einen Teller unter das Gitter stellen. Die Babà je einzeln in den Sirup tauchen und auf das Gitter legen. Den restlichen Sirup löffelweise über die Babà giessen, so auch den im Teller aufgefangenen Sirup. Vor dem Servieren zusätzlich mit braunem Rhum tränken. Die Dinger sollen richtig vollgesaugt sein.

Sollten die Babà nicht sofort gegessen werden, in einem geschlossenem Behälter im Kühlschrank aufbewahren (max. 1-2 Tage).

Sollt das Einem zuviel der Liebesmüh darstellen, diese Köstlichkeiten selbst herzustellen, dann gehe man zu Caredda in Zürich - das nebenbei als Tipp.

E per chi lo capisce, ecco un bel detto Napoletano: 
E voglia ‘e metter rum, chi nasce strunz nun po’ addiventà babbà



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